Kinderzahnbehandlung – Der richtige Umgang mit Kindern als Patienten

02. September 2022 | Patienten, Informationen für Zahnärzte

Der Gang zum Zahnarzt ruft nicht nur bei vielen erwachsenen Patienten große Ängste hervor. Auch Kinder zeigen hier häufig negative Emotionen, mit denen der behandelnde Arzt entsprechend umgehen sollte. Im Umgang mit jungen Angstpatienten gibt es jedoch bedeutende Unterschiede, weshalb sich einige Ärzte auf den Bereich der Kinderzahnbehandlung spezialisiert haben. Wie man Kinderzahnarzt wird und wie der Umgang mit Kindern als Patienten gelingt, lesen Sie in diesem Artikel.

Was unterscheidet den Kinderzahnarzt vom Zahnarzt?

Am Anfang einer Karriere als Kinderzahnarzt steht wie bei einem “normalen” Zahnarzt auch das Studium der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Entschließt man sich im Nachgang auf die Kinderzahnbehandlung zu spezialisieren, gibt es nach dem abgeschlossenen Studium verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten. Beispielsweise ist es möglich ein Curriculum der Kinder- und Zahnheilkunde zu absolvieren. Dieses umfasst 150 Stunden. Auch ein Master-Studiengang mit der entsprechenden Spezialisierung wird an ausgewählten Universitäten angeboten. Durch Fortbildungen und Einzelkurse können sich Zahnärzte ebenfalls qualifizieren als Kinderzahnarzt tätig zu werden.

Doch was genau ist der Unterschied zwischen der Behandlung von Kindern und Erwachsenen? Diese Frage lässt sich auf mehreren Ebenen beantworten. Zum einen müssen Kinderzahnärzte mit den Ängsten und Emotionen der Kinder umgehen können. Hier ist besonders viel Empathie und Zeit gefragt. Die Kinderzahnbehandlung dauert zumeist länger, wofür genug Zeit eingeplant werden sollte. Im Gegensatz zu erwachsenen Patienten kann es vorkommen, dass sich Kinder weigern den Mund aufzumachen, wegrennen, sich verstecken oder einen anderen Weg finden, der Behandlung zu entkommen. Vertrauen gewinnen, erklären, beruhigen und geschicktes Ablenken scheint hierfür die Zauberformel zu sein. Darüber hinaus unterscheidet sich der Aufbau des Gebisses. Milchzähne haben beispielsweise einen dünneren Schmelz und sind dadurch empfindlicher und anfälliger für Karieserkrankungen.

Wie die Kinderzahnbehandlung sorgenfrei verläuft

Kinderzahnärzte müssen also genau auf diese Herausforderungen spezialisiert sein. Der Umgang mit den kleinen Patienten beginnt jedoch nicht erst auf dem Behandlungsstuhl. Häufig haben Kinder Angst vor dem Zahnarzt, wenn Eltern ihnen diese vorleben. Hier sollte im Vorhinein von den Eltern gegengesteuert werden und die eigene Angst nicht allzu offensichtlich gezeigt werden. Betritt ein ängstliches Kind die Praxis, sollte bereits der erste Eindruck stimmen. Eine kinderfreundliche Gestaltung, kindgerechte Bilder an den Wänden und natürlich auch speziell trainiertes Personal sorgen für eine entspannte Atmosphäre. Im Wartezimmer sind Spielzeuge denkbar, um die Zeit zu vertreiben und eine Ablenkung zu schaffen.

Muss dann doch einmal ein Eingriff erfolgen, sollte dieser möglichst schmerz- und stressfrei gestaltet werden. Die Verwendung von betäubenden Oberflächen-Gels kann teilweise die Betäubungsspritze ersetzen, was deutlich angenehmer ist. Wichtig ist es, die Emotionen des Kindes während der gesamten Dauer der Kinderzahnbehandlung deuten zu können und entsprechend gegenzusteuern. Muss gebohrt werden, können z.B. schallabweisende Kopfhörer verwendet werden. Verweigert das Kind partout die Behandlung, greifen Sie in die Trickkiste. Lassen Sie das Kind mit den Füßen wippen, erlauben Sie dem Kind auf dem Schoß der Eltern zu sitzen oder spielen Sie “Fahrstuhlfahren” auf dem Behandlungsstuhl. All das kann als Ablenkung dienen und das Kind beruhigen.

Eine positive Wirkung haben auch kleine Belohnungen im Anschluss an die Behandlung wie z.B. mit einer Spielzeugkiste, aus dem sich die Kinder etwas aussuchen dürfen. Der erste Besuch des Kindes sollte außerdem nur zur Untersuchung und zum Kennenlernen dienen. Kommt das Kind bereits mit Schmerzen zum Arzt und muss behandelt werden, kann das eine spätere Dentalphobie (siehe Artikel „Umgang mit Angstpatienten in der Zahnarztpraxis“) begünstigen. Wird der erste Besuch jedoch ohne Schmerzen und mit einer positiven Erfahrung in Verbindung gebracht, sollten sich die späteren Untersuchungen eher unproblematisch gestalten.

Zusammengefasst einige Tipps für die Kinderzahnbehandlung:

  • Kindgerechtes Design der Praxis & Ausstattung (Spielzeuge im Warteraum)
  • Empathie zeigen und auf Gefühle eingehen
  • Zeit nehmen
  • Spielerische Herangehensweise (Ablenkung schaffen)
  • Betäubende Oberflächen-Gels statt Spritzen
  • Ehrliche Aufklärung, kindgerechte Erklärungen
  • Bei großer Angst erste Sitzung ohne Behandlung

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